Aus der Kochschule geplaudert

Deutsch-internationale Kochschule am 28.09.2019

Vietnamesisch – Schwäbisch

 

Zum letzten Mal in diesem Jahr fand am 28.09. unsere Kochschule deutsch-international statt. In der Küche der Leonard-Frank-Oberschule ging es diesmal mit originalen Rezepten aus Vietnam und Schwaben gemeinsam ans Werk. In einer gemütlichen Runde gestartet, fand sich im Laufe des Abends schnell eine große und heitere Gruppe von eifrigen Köchinnen und Köchen zusammen.

Zur Kochschule trafen sich so wieder Jung und Alt und Menschen verschiedenster Kulturen und zauberten geimeinsam leckere Speisen auf den Tisch, die anschließend zusammen genossen werden konnten. Es war wieder ein vielfältiger Austausch und ein tolles Miteinander in der Küche zu spüren und auch so manches Talent konnte ausfindig gemacht werden. So war es auch gar kein Problem, noch zwischendurch einen schmackhaften Kuchen zu backen.

 

Wir danken allen Beteiligten und Unterstützer*innen für einen gelungenen Kochabend und freuen uns, dass wir getreu dem Motto „Essen verbindet“ gemeinsam auf das Jahr Kochschule deutsch – international 2019 zurückblicken können, das angefüllt war mit leckeren und interessanten Gerichten sowie einem vielfältigen Miteinander.

 

Besonderer Dank geht an unseren Koch Jochen Gruber, der uns immer wieder mit seinen Ideen überrascht!

 

Gefördert von der Robert-Bosch-Stiftung

 

         

 


 

Und so geht`s... 

 

    

 

              

 

 


 

Über Esskultur und Küche in Vietnam...

Ein Jahrtausend chinesischer Herrschaft und die französischen Kolonialherren haben in der Esskultur Vietnams sichtbare Spuren hinterlassen. Baguette und Croissants gehören ebenso zum Essen wie Woks und Stäbchen.

Die Konditoreien des Landes bezeugen, wie tief der französische Einfluss in der Küche reicht. Über ein Jahrhundert lang regierten die Franzosen das Land und hinterließen ihm Schokoladencroissants, Kaffeeplantagen sowie verschiedene Gemüse- und Obstsorten. Überall im Land sind mit Leberpastete belegte Baguettes zu bekommen.

Eine Besonderheit der vietnamesischen Küche ist die reiche Fülle von Kräutern, die bei keinem Gericht fehlen darf. Zitronengras, Knoblauch, frische Chilis und Ingwer liefern in Vietnam Aromen, die sich in den Nachbarländern wiederholen. Unverkennbar vietnamesisch sind die Kombinationen der Zutaten. Köche zielen darauf ab, Yin und Yang in ihren Gerichten harmonisch zu präsentieren. Die fünf Geschmacksrichtungen – süß, salzig, sauer, bitter und scharf – sollen in jedem Gericht einzeln wahrnehmbar sein.

Das Bemühen um erkennbare Geschmacksrichtungen zeigt sich insbesondere in der Suppenkultur. Nudelsuppen sind ein beliebtes Frühstück. Kleine Garküchen spezialisieren sich in der Regel auf eine Suppe. Der Topf mit Brühe brodelt dort von morgens bis abends. Kräuter, Fischsoße, Zitronenschnitze und eingelegte Chilischoten stehen auf Tischen bereit. Wenn sich ein Gast auf den kleinen Plastikstühlen niederlässt, ist die Suppe in wenigen Augenblicken zubereitet.

Kaum ein Rezept kommt ohne die berühmte Fischsoße aus: Nuoc Mam. Fisch, vor allem Sardellen, fermentieren monatelang mit Salz. Der Geruch ist äußerst unangenehm, aber der Geschmack überzeugt.

Vietnam bietet alles in allem kontrastreiche Geschmackserlebnisse. Jeder Bissen liefert eine neue Sinfonie von Geschmacksnoten.

 


 

Samstag, 28.09.2019, 16:00 - 20:00 Uhr
Leonard-Frank-Oberschule, Hauptstraße 6, 01640 Coswig

Kochschule Deutsch-International

-Nach der Sommerpause geht es weiter mit Speisen aus Vietnam und Schwaben- 

Essen dient der Kommunikation. Das ist nichts Neues. Und so wollen wir gemeinsam die nationalen Küchen verschiedener Länder und Regionen kennen lernen.
Ob Speisen aus Syrien, Sachsen, Afghanistan oder Bayern, Pakistan oder Schwaben – an jedem Abend stehen ein Herkunftsland der hier her gekommenen Menschen sowie eine kulinarische Region unseres Landes im Mittelpunkt. Wir bereiten mit Koch Jochen Gruber zweierlei Gerichte vor. Gemeinsam mit ihm und Menschen anderer Länder soll jeder Abend ein Festmahl für Leib, Herz und Seele werden.

Jochen Gruber ist leidenschaftlicher Koch und freut sich, wenn er Freunde mit seiner Kochkunst verwöhnen kann. Ursprünglich kommt er aus Schwaben. Sein beruflicher Weg führte ihn in unterschiedliche Regionen Deutschlands. Heute fühlt er sich in Coswig sehr wohl, wo er, wie er selbst sagt, gut angekommen ist.
Was ihn zur Kochschule deutsch-international motiviert? Er mag es bunt, exotisch, geheimnisvoll und vor allem vielfältig - so wie seine Küche!

28.09.2019 Speisen aus Vietnam und Schwaben

Ablauf:
Bei der Anmeldung bitte mit angeben:
16:00 - 18:00 Uhr Team 1:  VOR dem Essen
18:00 - 20:00 Uhr Team 2:  NACH dem Essen

Teilnahme nur nach Anmeldung!  Begrenzte Teilnehmerzahl!

Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel. 01523-7799111

Die Teilnahme ist kostenfrei!  

Download Flyer - (Dt/Eng/Russ/Arab)

 


 

Deutsch-internationale Kochschule am 29.06.2019

Tschetschenisch – Pfälzisch

 

Fröhlich und gemütlich ging es diesmal zu, als wir uns bei sommerlichen Temperaturen am 29.06.2019 erneut zum gemeinsamen Kochen in der Leonard-Frank-Oberschule getroffen haben. Tschetschenisch – Pfälzisch war das Motto. Alle haben fleißig mit angepackt und so konnten viele Leckereien unter der Leitung von Chefkoch Jochen Gruber gezaubert werden. Besonders interessant war der Einblick in die landestypische Küche Tschetscheniens. Gekocht wurden zum Beispiel herzhafte gefüllte Teigfladen, sogenannte Lepeschki, und Galuschki mit Geflügel.

Am Ende gab es eine reichliche Auswahl vielfältiger Gerichte, sodass sich so mancher etwas mitnehmen und noch zu Hause genießen konnte.

Es war wieder einmal ein gelungener Tag mit leckeren und vielfältigen Gerichten! Zum letzten Mal in diesem Jahr freuen wir uns nun auf die Kochschule international am 28.09.2019 mit Speisen aus Vietnam und Schwaben.

 


 

Rezepte des Abends zum Nachkochen...

Tschetschenische Küche

 

Galuschki mit Geflügel für 5 Personen

 

1 Huhn oder 1 Ente

500 g Mehl

1 Ei

1 Kartoffel

1 Zwiebel

einige Knoblauchzehen

 

Das Huhn zerteilen, mit Salz in reichlich Wasser kochen, nach 30 Minuten die Kartoffenl schälen und halbiert mitkochen. Aus Mehl und Ei einen Teig bereiten, nach und nach erkaltete Bouillon zugeben, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Teig zu faustgroßen Kugeln formen, diese dünn ausrollen, in 2 cm breite Streifen schneiden, diese dann in schmale Streifen schneiden. Die Teile mit 2 Fingern kräftig zusammendrücken, auf dem Küchenbrett rollen und zu Galuschki formen. Die Hühnerteile aus der Bouillon nehmen und die Galuschki in der Bouillon weichkochen.

 

Soße bereiten: Dazu die Zwiebel grob zerteilen, in etwas Fett von der Geflügelbouillon weichdünsten, die gekochte Kartoffel dazugeben, zerstampfen. Soviel fettige Bouillon zugeben, dass eine sämige Soße entsteht. Die Knoblauchzehen klein hacken oder zerdrücken und in einer kleinen Schüssel mit Bouillon auffüllen. Diese Soßen nach Belieben über Galuschki und Geflügelteile geben.

Die Geflügelbouillon wird in Tassen dazu gereicht.

 

Lepeschki (gefüllte Teigfladen) für 5 Personen

 

500 g Mehl

300 g Kefir oder Naturjoghurt

eine Prise Backnatron

eine Prise Salz

Füllung:

300 g Weißkäse (Feta, Mozarella)

50 g Butter

50 g Sahne/ungeschlagene Schlagsahne

 

Aus Mehl, Kefir oder Naturjoghurt, einer Prise Backnatron sowie einer Prise Salz einen geschmeidigen Teig kneten und zu kleinen Kugeln formen. Den Käse zerdrücken und vermischen und zu etwas kleineren Kugeln formen. Jeweils 1 Käsekugel in eine Teigkugel drücken, die Teigkugel verschließen und vorsichtig ausrollen. Die Fladen von beiden Seiten ohne Fett braten, bis sich kleine Blasen bilden. Noch heiß mit Butter bestreichen. Die Lepeschki können pur oder mit einem Klecks flüssiger Sahne verfeinert gegessen werden.

 

Dazu wird schwarzer Tee getrunken.

 

Tee für 5 Personen

 

Kräftigen Schwarztee zubereiten, 300 ml Milch dazugeben, Salz und Pfeffer nach Geschmack

 

 


 

Über Esskultur und Küche Tschetscheniens...

Wer kann von sich schon behaupten, dass er etwas über Tschetschenien oder die tschetschenische Landesküche weiß? Darum wollen wir einen kleinen Einblick in die Besonderheiten der Küche und Esskultur des Landes geben.


Tschetschenien ist ein gebirgiges Land, in dem vor allem Viehzucht betrieben werden kann. Deshalb isst man dort viel Fleisch, außerdem Bärlauch oder Brennnessel. So wundert es auch nicht, dass „Fleischbrühe“ das Nationalgetränk des Landes ist. Sie kann nur so schmackhaft sein, wie das Fleisch, mit dem man sie kocht.

 

Von Februar bis April ist für Tschetschenen eine besondere Jahreszeit, denn dann wächst wohl die beliebteste Pflanze überhaupt – H’onk. Ohne H’onk kann ein „echter“ Tschetschene im Frühjahr nicht leben. Im Deutschen nennt man die Pflanze Bärlauch (Allium ursinum). Sie ist verwandt mit Zwiebel, Schnittlauch sowie Knoblauch und wird auch „wilder Knoblauch“ genannt. Bärlauch hilft sehr gut bei Magen-Darm-Störungen, wirkt antibakteriell und stärkt das Immunsystem.

 

Aber wie wird H’onk zubereitet?

 

Die Zubereitung ist ziemlich einfach. Man kocht zuerst ca. 1 kg Bärlauch in gesalzenem Wasser (ca. 3l) für 5-7 Minuten. Das Wasser wird abgegossen und die Masse in einer Pfanne mit Butterschmalz gebraten, bis sie leicht bräunlich wird.

 

Kurz vor Schluss noch einen EL Tomatenpaste dazugeben und fertig ist das tschetschenische Gericht.

 



 

Deutsch- internationale Kochschule am 13.04.2019

Palästinensisch - Hessisch

 

Am 13.04.19 hieß es wieder ran an die Töpfe, denn die Kochschule international startete in die nächste Runde. Mit Speisen aus Hessen und mit Palästinensischer Küche ging es am Samstag wieder los. Die Kochschule fand wieder einmal großen Andrang und das Essen war diesmal so lecker, dass alles schneller weg war als Chefkoch Jochen Gruber gucken konnte. Viele Helfende Hände sorgten für einen reibungslosen Ablauf und tolle Gerichte. Während die Erwachsenen sich um Hähnchenfleisch, Ofenkartoffeln oder das Dessert bemühten, spielten die Kinder draußen mit Luftballons oder fanden Gefallen am Malen auf der Tafel. Am Ende, wie es nun mal so ist, halfen die meisten dabei das Chaos wieder zu beseitigen. Mit Lappen, Spülmittel und Schwamm gewappnet ging es also noch einmal daran, das gemeinsame Kochen und Essen ausklingen zu lassen.

Es war wieder einmal ein toller und rundum gelungener Tag! Wir freuen uns schon auf das nächste Mal im Juni, wenn es heißt: Kochschule international mit Speisen aus Tschetschenien und der Pfalz.

 

           

 


 

Schon gewusst? ...Über Esskultur und Küche in Hessen...

 

Die hessische Küche ist wie alle traditionellen deutschen Küchen jahreszeitabhängig. Sie basiert auf Kartoffeln, Käse, Wurst und Brot. Ähnlich der italienischen Pizza gibt es auch belegte Brot- und Hefekuchenvarianten.

Und natürlich können Lebensmittel auch Regionen vertreten: Grüne Soße, Apfelwein, Hand-käs‘ oder Ahle Worscht. Die Ahle Wurst zum Beispiel ist eine luftgetrocknete oder leicht kaltgeräucherte Dauerwurst aus schlachtfrischem Schweinefleisch, die traditionell in Nordhessen in Hausschlachtung hergestellt wird. Sie entspricht dem Wesen nach in Konsistenz und Farbe einer Rohwurst.

Handkäs

Der Handkäse ist ein hessischer Sauermilchkäse. Der Name entstand in einer Zeit, in der der Käse mit der Hand in Form gebracht wurde. Das fettarme Milchprodukt ist auch unter der Bezeichnung "Handkäs mit Musik" bekannt. Der Zusatz "mit Musik" bedeutet, dass der Käse in einer kräftig-würzigen Marinade aus Zwiebeln, Essig, Öl und Kümmel eingelegt wurde. In dieser Form ist der Handkäs ein beliebter Snack in Lokalen.

Grüne Sauce

Reich an Kräutern ist die Grüne Sauce oder hessisch Grie Soß, eine traditionell kalt servierte Sauce, die gern zu gekochten Eiern, Fleisch, kaltem Braten oder Kartoffeln serviert wird. Die Saucen-Saison beginnt am Gründonnerstag und dauert bis zum ersten Frost im Herbst.

Rippche mit Kraut

Rippchen mit Sauerkraut ist einer DER Klassiker in der hessischen Küche. Das Schweinefleisch wird gepökelt gegart und mit Sauerkraut und Kartoffelbrei serviert. Aber auch kalt und mit Brot kommt das Rippche gut an.

Ein guter Ebbelwoi zum Essen in Hessen

Selbstverständlich darf bei einer kulinarischen Reise durch Frankfurt und Hessen auch der Ebbelwoi nicht fehlen. Unser „Stöffche“, wie der Apfelwein liebevoll genannt wird, zählt neben der Grie Soß und Handkäs sicherlich zu den bekanntesten Spezialitäten aus Hessen.

 

 

Deutsch- internationale Kochschule am 09.02.2019

Somalisch - Bayrisch

 

Unsere gemeinsamen internationalen Kochnachmittage, welche alle unter einem anderen Motto stehen, erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Auch am Samstag, den 9.2. waren wieder zahlreiche interessierte Gäste dabei, als unsere deutsch-internationale Kochschule mit somalischer Küche und Speisen aus Bayern in der Leonhard-Frank-Oberschule ins neue Jahr startete. Auch im Jahr 2019 geht es mit Koch Jochen Gruber und unter dem Motto - Essen öffnet Geist, Verstand und Magen – tatkräftig weiter. Die Teilnehmer hatten wieder die Möglichkeit sich untereinander auszutauschen und neue vielfältige Gerichte zu kochen. Beim Essen ließen es sich alle richtig gut schmecken, vor allem bei den jüngsten Teilnehmern konnte man das gut sehen (und hören). Und da Kochen natürlich viel Arbeit sowie einen großen Stapel an schmutzigen Töpfen, Tellern und Geschirr mit sich bringt, haben auch alle fleißig beim anschließenden Spülen, Aufräumen und Putzen geholfen. Es war wieder ein sehr schönes Miteinander und wir freuen uns schon auf den nächsten Termin unserer Kochschule am 13.04., wenn es mit palästinensischer Küche und Gerichten aus Hessen weitergeht.

 

Wir bedanken uns an dieser Stelle auch noch ein mal bei allen Köchen und bei der Diakonie Riesa-Großenhain.

 

 

Wer noch einen kleinen Eindruck von den somalischen Köchen des Nachmittags gewinnen möchte, kann hier weiterlesen...

 

https://www.diakonie-rg.de/aktuelles_somalischer_kochabend_de.html

 


 

Hier noch eine Idee zum Nachkochen aus Somalia

-Sambusa-

Zutaten

Für den Teig: 140g Weizenmehl, 75ml Wasser, 1 TL Rapsöl, Salz

Für die Füllung: 150g Rinderhack, 2 Zwiebeln, Koriander, 1 grüne Chili, schwarzer Pfeffer, Salz

Zuerst geht es an den Teig: Das Mehl wird in eine Schüssel geben, Salz, Öl und Wasser hinzugefügt und alles 10 Minuten lang gut verknetet. Anschließend wird der Teig abgedeckt 20 Minuten ruhen gelassen. Danach teilt man ihn in drei Teile und rollt ihn zu Kreisen mit je ca. 10 cm Durchmesser aus. Die Teigkreise werden anschließend aufeinandergestapelt (etwas Öl zwischen die einzelnen Lagen geben). Die Enden werden nun miteinander verbunden und nochmals zu einem einzigen Teigkreis ausgerollt (diesmal mit etwa 15 cm Durchmesser). Der Teig wird jetzt in einer Pfanne auf mittlerer Hitze etwa zwei Minuten lang geröstet. Wenden nicht vergessen! Eine weitere Minute rösten, dann wird der Teig in vier gleich große Teile geschnitten und abgedeckt.

Jetzt kommt die Füllung: Eine Pfanne ohne (bzw. mit wenig) Öl erhitzen und das Hackfleisch gemeinsam mit den Gewürzen braten, danach abkühlen lassen. Mit einem Nudelholz wird der Teig ausgerollt und kleine Kreise ausgestochen. Hierbei kann ein kleiner Teller zur Hilfe genommen werden. In die Mitte jedes Kreises kommt nun ein Tropfen Öl und etwas Fleischfüllung.

Die Sambusa werden dreiecksförmig geschlossen und in einer heißen Pfanne gebraten.

 


 

Schon gewusst? ...Über Esskultur und Küche in Somalia...

 

Die Esskultur und Küche Somalias wurden wesentlich durch den Einfluss des Nachbarstaates Aäthopien geprägt, aber auch die italienische Kolonialmacht hat ihre kulinarischen Spuren in Somalia hinterlassen. Auch der mittlere Osten hat Einfluss genommen. Es gibt große Unterschiede zwischen den verschiedenen Regionen Somalias. Da die Somalis zum größten Teil Moslems sind, ist die Landesküche in allen Regionen “halal” (=rein bzw. erlaubt), d.h. sie folgt den islamischen Vorschriften der Essensbereitung. Es gibt kein Schweinefleisch und keinen Alkohol sowie keine Gerichte, in denen Blut verarbeitet wird. Durch die begrenzten Ressourcen und den nun schon über zehn Jahre andauernden Bürgerkrieg ist die Somalische Küche sehr eingeschränkt.

Die wichtigsten Grundnahrungsmittel in Somalia sind Mais, Hirse und Reis. Außerdem werden häufig wilde Beeren, Früchte, Mais, Sorghum, (Fam. Der Süßgräser, kleine Hirseart) Datteln, Linsen und Kichererbsen gegessen.

Aber auch Fleisch, wie Rind-, Ziegen- Lamm- und Hammelfleisch sowie Kamelfleisch, spielt eine zentrale Rolle, da vor allem die Viehzucht aufgrund der klimatischen Bedingungen wesentlicher Bestandteil der Landwirtschaft ist. Bei heißen Temperaturen wird häufig Tee getrunken. Als Spezialität gilt ein Saft aus Tamarinden, Raqey genannt. Zum Abend wird auch gern ein Glas Milch getrunken, gewürzt mit Kardamom. Kamel- und Ziegenmilch ist ein wichtiges Lebensmittel, weil es sehr nahrhaft ist. Nomaden trinken auf ihren Wanderungen davon bis zu neun Liter am Tag.

Eine Besonderheit ist, dass zum Frühstück in Somalia häufig schon Ziegenleber oder Rindfleischsuppe oder auch Eier in Tomaten-Zwieblesoße gegessen wird. Je nach Region mit Canjeero, der somalischen Variante des äthiopischen Injeera, einem dünnen Fladenbrot oder auch anderen Brotsorten.

Die wichtigste Mahlzeit des Tages aber ist das Mittagessen, Qado genannt. Baaris, das sind stark gewürzte Reisgerichte, werden im ganzen Land gerne gegessen. Auch Eintöpfe mit Gemüse und Fleisch sind häufig servierte Mittagessen. Als Beilage gibt es manchmal sogar Spaghetti, die von den Italienern während der Kolonialzeit ins Land gebracht wurden. Man serviert sie mit Eintopfgerichten und manchmal auch mit Bananen. Weitere beliebte Gerichte zum somalischen Mittagessen sind Soor (Ein Brei aus Maismehl, mit frischer Milch, Butter und Zucker zubereitet) und Sabaayd (Fladenbrot, mit Eintopf oder Fleisch serviert).

Die somalische Küche kennt auch eine Reihe schmackhafter Süßigkeiten und Snacks. Zu den beliebtesten somalischen Zwischenmalzeiten gehören unter anderem Sambuus (Gefüllte Teigtaschen mit Hackfleisch und scharfen grünen Chilis), Bajiye (Frittierte Teigbällchen aus Mais, Gemüse, Fleisch und Gewürzen, werden in Bisbaas, eine scharfe Soße gedippt) und Kabaab (Somalisches Kebab). Auch Früchte wie Mango, Guaven, Bananen oder Grapefruit sind ein beliebter Imbiss in ganz Somalia. Mit Abstand die beliebteste Süßigkeit in Somalia ist Xalwo, eine Art süßes Geleebonbon.